Das Mediationsverfahren basiert u.a. auf den Erkenntnissen
der interdisziplinären Konflikt- und Kommunikationswissenschaft,
der humanistischen Beratungsmethodik sowie dem sog. Harvard-Modell
für erfolgreiches Verhandeln. Innerhalb der psychologischen
und der sozialarbeiterischen Beratung ist die Mediation eine
Kommunikationsmethode mit dem Schwerpunkt Konfliktlösung. Mediation
ist eine Sonderform der Streitschlichtung. Im Unterschied zu anderen
Arten der Streitschlichtung gibt der Mediator keine eigenen
Anregungen zur Lösung des Streites. Er ist nicht verantwortlich
für das Verhandlungsergebnis, er ist jedoch verantwortlich
dafür, den Mediationsprozess in einer Art zu führen,
dass die Konfliktparteien aus der negativen Eskalation des Konfliktes
heraus zu einer flüssigeren Kommunikation und damit zu einer
Lösung ihres Konfliktes finden. Der Mediator ist kein
Berater und kein Richter. Er überlässt es der Eigenverantwortlichkeit
der Konfliktparteien, Experten ihres Konfliktes zu sein, er selbst
ist Experte in der Verbesserung der Kommunikation.
Die Berufsbezeichnung Mediator(Wirtschaftsmediator)
und Mediatorin(Wirtschaftsmediatorin) ist in Deutschland
gesetzlich nicht geschützt. Die Fachverbände haben jeweils
eigene Anerkennungsverfahren entwickelt, um auf diesem Wege verbindliche
Qualitätsstandards - vor allem in der Ausbildung - zu garantieren.
Lediglich für Rechtsanwälte gibt es eine Regelung in §
7a Berufsordnung der Rechtsanwälte, wonach Rechtsanwälte
sich nur dann als Mediatoren bezeichnen dürfen, wenn
sie eine geeignete Ausbildung nachweisen können.
Mediation kann auch als Klinische Sozialarbeit verstanden
werden. Klinische Sozialarbeit ist eine gesundheitsspezifische Fachsozialarbeit
("klinisch" bedeutet "behandelnd"). Ihr generelles Ziel ist die
Einbeziehung der sozialarbeiterischen Aspekte in die Beratung, Behandlung
und Unterstützung von exkludierten(isolierten), gefährdeten,
erkrankten und behinderten Menschen. Fokus ist die Person-in-ihrer-Welt
(person-in-environment) im Rahmen eines bio-psycho-sozialen Verständnisses
von Gesundheit, Störung und sozialer Probleme.